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[InetBib] Ist der Kaufbutton in Bibliothekskatalogen bald illegal? War: Kommerzialisierung von Bibliothekskatalogen
- Date: Tue, 26 Apr 2016 16:12:08 +0200
- From: "Peter Delin" <peter.delin@xxxxxx>
- Subject: [InetBib] Ist der Kaufbutton in Bibliothekskatalogen bald illegal? War: Kommerzialisierung von Bibliothekskatalogen
Wenn das Gesetz zur Änderung des Buchpreispreisänderungsgesetzes
voraussichtlich am 16.9.2016 in Kraft tritt, ist der Kaufbutton in Webkatalogen
von Bibliotheken dann vielleicht illegal?
Denn dann sollen auch Ebooks der Buchpreisbindung unterliegen. Wird mit den
Provisionen für Bibliotheken mit Kaufbutton im Katalog (sog.
Affiliate-Programme) dann nicht die neue Buchpreisbindung für Ebooks
unterlaufen? Vielleicht können die Experten dieses Problem aufklären.
Zitat aus dem gestrigen Überblick von Dieter Wallenfalls,
Preisbindungstreuhänder des Börsenvereins, zu den geplanten Änderung im
Preisbindungsgesetz:
" Es dürfe keinen Preiswettbewerb durch die Hintertür geben. Ganz eindeutig ist
diese Rechtsprechung aber nicht. Einer der obergerichtlichen Entscheidungen
könnte man z.B. entnehmen, dass solche Aktionen mit der Preisbindung nur dann
nicht vereinbar sind, wenn sie den Eindruck erwecken, dass man bei der
betreffenden Firma auf Dauer wirtschaftliche Vorteile erhalten, die
Wettbewerber nicht bieten. Der Bundesgerichtshof wird sich nach gegensätzlichen
Entscheidungen der Vorinstanzen im Juni mit der Frage beschäftigen, ob ein
Affiliate-Programm eines großen Onlinehändlers preisbindungskonform ist. Dieser
hatte Fördervereinen von Schulen Provisionen bis zu 9 % vom Kaufpreis gewährt,
wenn Eltern Schulbücher, auch andere Bücher über einen Button auf der Website
des Fördervereins bei diesem Händler bestellen. Deshalb schlägt der
Börsenverein vor, in das Gesetz folgende Bestimmung aufzunehmen:
"... Unzulässig sind Absatzförderungsmaßnahmen beim Verkauf preisgebundener
Bücher, sofern hierdurch ein Preiswettbewerb begründet oder dem Käufer oder
einem Dritten [!] eine wirtschaftliche Vergünstigung gewährt wird."
Bemerkenswerterweise hat der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum
Gesetzentwurf ebenfalls die Gefahr gesehen, dass kleinere Marktteilnehmer die
solche Absatzforderungsmaßnahmen nicht so umfangreich wie große Händler
anbieten können, vom Markt verdrängt werden. Deshalb sei es wünschenswert,
Rechtssicherheit durch die Aufnahme konkreter Kriterien in das Gesetz zu
schaffen. Es besteht somit Anlass zur Hoffnung, dass dies auch tatsächlich
geschieht und die Buchpreisbindung dadurch vor Versuchen, sie zu unterlaufen,
geschützt wird."
http://www.preisbindungsgesetz.de/content/aktuelles/1128-die-aenderungen-im-preisbindungsgesetz.htm
Der Button verlinkt ja nicht auf die gemeinsame Buchhandelsseite buchhandel.de,
wie es die Sortimenter im Branchenparlament 2014 verlangt haben (Beschluss des
Branchenparlaments zu Verkaufs-/ Provisionsambitionen der Bibliotheken
http://www.boersenblatt.net/835306/ ), sondern auf die beiden Privatfirmen
sofortwelten.de und geniallokal.de (u.a. Libri).
Mit besten Grüßen
Peter Delin
Peter Delin
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12203 Berlin
Tel.: 030/81305675
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Mail: peter.delin@xxxxxx
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