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Re: [InetBib] Public Library of Science



KollegInnen -

Walther Umstätter wrote:
Meine Frage:
Gehen wir hier bei InetBib, bei der Aussage "das ist eine Bibliothek" noch immer davon aus,
dass da ein oder mehrere Gebäude mit gedruckten Büchern stehen müssen,
oder aktzeptieren wir zumindest in der Fachwelt auch Virtuelle Bibliotheken (library without walls) als Bibliotheken?
Ja, natürlich, d.i., natürlich akzeptiere ich zumindest, daß 
Bibliotheken auch virtuell sein können. Das ist aber hier nicht die 
Frage, denn ...
Nach der Definition: Die Bibliothek ist eine Einrichtung die unter archivarischen, ökonomischen und synoptischen Gesichtspunkten publizierte Information für ihre
Benutzer sammelt, ordnet und verfügbar macht,
ist für mich eindeutig was eine Bibliothek ist.
... eben das tut PLoS nicht. Sie erfüllt in keinerlei Weise eine von 
diesen genannten Aufgaben, sondern verlegt Fachzeitschriften, wenn auch 
unter neuartigen Bedingungen. Es stimmt allerdings, daß man behaupten 
könnte, ein Verleger, der Objekte umsonst verteilt, eine Bibliothek sei, 
denn er macht Information verfügbar, aber das wäre eine falsche 
Argumentation. Denn PLoS verlangt immerhin Geld für deren Produkte, bloß 
über alternative Wege. Eine Universität mit einem aktiven 
Forschungsunternehmen bezahlt z.B. wesentlich mehr für einen PLoS-Titel 
(wegen den Autorenbeiträgen) als für viele kommerzielle oder society 
Fachzeitschriften. Der Unterschied ist nur aus welchem Topf das Geld 
stammt, sonst nichts, zumindest aus der Perspektive der Universität und 
deren Bibliothek.
MfG

Dale Askey



Sie ist keine Buchhandlung, und darum ist es auch etwas problematisch von Kunden zu sprechen -
auch wenn unsere Nutzer kundig sein sollten ;-).

Das Bibliotheken Geld kosten ist sicher selbstverständlich.
Das bringt ein intelligenter Staat auch auf, um weit höhere Ausgaben zu vermeiden,
und um seine Macht als Staat (durch Wissen) zu vermehren.

MfG

W. Umstätter

Dale Askey wrote:

Ich stimme Herrn Graf in diesem Fall zu. PLoS ist bloß im Namen eine Bibliothek, funktioniert aber als Verleger und Verfechter der Open-Access-Idee.
Die Mittel kommen von einer massiven Subvention, allerdings nicht vom 
Bund, sondern von einer privaten Stiftung namens Gordon and Betty 
Moore Foundation ($9 mio.). Ich habe nichts gegen PLoS, aber es ist 
doch wichtig zu verstehen, daß ohne dieses Geld die durchaus 
hochqualitativen Zeitschriften nicht kostenlos sein könnten. Die 
Beiträge, die PLoS von den Autoren für die Veröffentlichung eines 
Artikels verlangt, decken keineswegs die Produktionskosten. 
Darüberhinaus gibt PLoS ihre Kosten pro Artikel nicht bekannt, was ein 
ziemlich großes Ärgernis für die Verleger von nichtkommerziellen 
"society journals"--eben die, wo PLoS sagt, macht mit--die auf keiner 
so schönen Subvention sitzen, ist. Es läßt sich also Fragen, was 
passiert wenn das große Geld weg ist.
Schönen Gruß
Dale Askey



Klaus Graf wrote:

On Mon, 9 Jan 2006 09:57:43 +0100
 "Elisabeth Simon" <e_simon@xxxxxxxx> wrote:

LIeber Herr Dietz, lieberHerr Graf, verzeihen Sie bitte,
daß ich mich jetzt auch noch in Ihre Diskussion mische. Also die
Public Library of Science ist sowohl eine Bibliothek



Was verstehen Sie denn bitteschoen unter einer Bibliothek?
Koennen Sie irgendwelche Beweise fuer Ihre These anfuehren?
Die PLoS ist keine Bibliothek, es sei denn z.B. die
Duesseldorfer Virtuelle Bibliothek ist in genau dem
gleichen Maße eine Bibliothek wie die Duesseldorfer
Stadtbuecherei.

Die PLoS unterhaelt keinen Buchbestand, sondern gibt
Open-Access-Zeitschriften online heraus, die sekundaer auch
als Druckausgaben vertrieben werden.

Klaus Graf

--
Dale Askey
Web Development Librarian
KSU Libraries
118 Hale Library
Manhattan, KS 66506
(785) 532-7672



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